Session 3 - "Ruhe"


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Heute ist der 09. April – das Wort „Ruhe“.


Ruhe.


Wenn ich an Ruhe denke, dann an die Farbe Blau.

Vielleicht, weil die See blau ist, oder der Himmel. Und weite Dinge, groß und mächtig, umfassend, damit ruhig sein können?

Mh… ich schaue auf die Leinwand und gucke in unterschiedliche Nuancen von blau.


Ist Ruhe nicht auch Sicherheit? Ich kann nur in Ruhe sein, wenn ich mich in Sicherheit wäge. Schon wieder Sicherheit! Unsicherheit, Sicherheit.


Es gibt eine geleitete Meditation, in der man sich eine Farbe aussucht und sich vorstellt, die ganze Welt um einen herum wird in eine Farbe getaucht. Für mich ist es immer und immer wieder dunkles, sattes blau. Ich weiß grad gar nicht, ob Blau nicht eigentlich auch eben diese Bedeutung hat?*



Lustigerweise fällt mir dazu die

Ursprungsgeschichte dazu ein, warum man auf Deutsch sagt „blau machen“ für schwänzen: im alten Ägypten musste man, um die Farbe ziehen zu lassen, sie ruhen lassen. Man hat also „blau gemacht“. Blau = ruhen. Da gibt es definitiv den Zusammenhang.**


Dann ist Ruhen ja auch wieder etwas Aktives, und nicht nur Passives, was einem geschieht.


Wann ist Ruhe heilsam, und wann ist sie Gift? Ruhe = Zeit für sich oder für andere – Ruhe = Einsamkeit. Ich stimme da Nina zu, ich brauche auch viel Zeit alleine um Kraft zu schöpfen. Um kreativ zu werden und „rumzupuddeln“, „nix tun“. Unterschied SEIN und TUN.

Letzten Sommer habe ich häufig gesagt, dass ich grade das „Sein“ übe. Das hat ein paar Wochen gedauert, nachdem ich aus der Festanstellung raus war.

Da hab‘ ich manchmal einfach nur auf der Couch gesessen und existiert. Und es genossen! Es war nicht langweilig und auch nicht einsam. Einfach nur schön.

Oder in Ruhe eine Zeitung von vorne bis hinten gelesen. Das zählte irgendwie auch dazu, denn vorher hatte ich diese Ruhe nicht.


Zuletzt habe ich nochmal stark reflektiert, auch von Arbeit die unheimlich viel Spaß macht, zu ruhen. Abschalten von Arbeit, die keine Freude bringt, kenne ich zu genüge. Aber bewusst in die Ruhe und ins „nichts tun“ (also sein) gehen, ist obendrein glaube ich unheimlich heilsam.


Und dann „blau machen“ zu reframen – nicht im Sinne von schwänzen, sondern Pause machen. Erholen. Kraft auftanken.


Feeling blue. Nein, nicht in der Ruhe. In der Ruhe, ja ich weiß so alt so alt, da liegt die Kraft.


Zurück zur Leinwand. In Ruhe eine Ecke gemalt. DA ein Gedanke! Zack, in Eile fliegt der Pinsel runter. Welch Ironie. Ruhig, Sophie!



Der Gedanke: Uns selbst die Ruhe GEBEN und NEHMEN, nicht gönnen. Dem Planeten Ruhe geben. Zurückgeben. Nicht eilen, nicht überstürzen. Ressourcen schonen. Menschliche und weltliche.


Zurück an die Leinwand.


Nächster Gedanke: Ein nachtblauer Himmel. Einatmen. Ausatmen. Stille. Ruhe. Innerlich und äußerlich.

Friedlich, in Frieden ruhen. Tod und Zuversicht, wie nah sie beieinander liegen. Auf einen nachtblauen Himmel folgt das Sonnenlicht, ein neuer Tag.


Ruhe ist Dunkelheit und Licht zugleich. In der Ruhe liegt die Kraft. Aus der Ruhe schöpft sie Kraft. Ruhe als dunkles Äußeres und helles Inneres.


„Ruhig bleiben!“ - nee, eher ruhig werden. Machen wir viel zu wenig. Zurückfinden, zur Ruhe, zur von der Natur gegebenen Ruhephase. Nicht ständig produktiv sein.


Hinnehmen und annehmen. Ruhe ist Akzeptanz. Im hier und jetzt zu sein. Bewusstsein. Bewusst SEIN.






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Edit nach den 30 Minuten:

Interessanterweise hatten Nina und ich beide bei der Podcast Aufnahme blaue Kleidung an... hehe.


*ja, hat sie.

**zwischen Ruhen und Blau.


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